Schokokäse

Schluss mit dem Käse – jetzt gibts Schokolade!

Ich (41): Wie schwach bin ich eigentlich?

| 12 Kommentare

Vielleicht hat es der ein oder andere schon bemerkt: Ich bin ein recht emotionaler Mensch. Leider steht mir meine Emotion in den letzten Monaten arg im Weg. Ich vermeide Konfrontationen und Auseinandersetzungen, wo es eben nur geht.

Ausweg

Und so gehe ich auch den geringsten Diskussionen aus dem Weg. Innerlich rumort es, gerade wenn ich auch eine persönliche Meinung dazu habe. Aber ich fühle mich einfach unfähig dazu, etwas beizutragen. Zum einen würde ich wohl viel zu emotional an die Sache rangehen, zum anderen habe ich keinen klaren Kopf, um spontan auf andere Argumente einzugehen.

Nachtragend – „Nachtrag“ ohne „end“

Schwieriger ist jedoch der Umgang mit Konflikten, denen ich nicht so einfach aus dem Weg gehen kann. Dazu zählen natürlich besonders die persönlichsten Emotionen – also in erster Linie Frauen, zu denen ich etwas empfinde, aber nicht auf „Gegenliebe“ stoße. Und dabei meine ich nicht nur diejenigen, die mir real sehr sympathisch geworden sind (von der „Aktuell“-Frau hab eich schon länger nichts mehr gehört, aber die Begegnungen mit der „Offenbarung“-Frau reicht mir auch), sondern auch Internetbekanntschaften.

Sofern nicht von Anfang an feststand, dass der Kontakt rein freundschaftlich ist, entwickelte  sich während des Kontaktes ja ein gewisses Fantasiegebilde, wie die Person real sein könnte und wie man sich wohl verstehen könnte. Und auch, wenn ich mir versuche, das im Verstand auszureden, weil sich im Laufe des Kontaktes Differenzen zeigten und man eher weniger zusammenpassen würde: Solange man sich nicht getroffen hat, kann mein Herz das nicht abhaken, weil ich nicht weiß, wie man sich wirklich real verstanden hätte. Und vielleicht hätte es doch geklappt.

Wobei ich hierbei noch nicht einmal konkrete Begegnungen/Kontakte mit diesen Personen benötige: Häufig kreisen meine Gedanken im Singlefrust in diesen Bereichen und somit konfrontiere ich mich selber damit und denke darüber nach, wie es hätte werden können, wenn es anders verlaufen wäre.

Ein Träumen in Konjunktiven … Und das beschränkt sich nicht nur auf die Frauen mit mehr Gefühlen. Auch die früheren freundschaftlichen Frauenkontakte rufen durch die Intensität eine Sehnsucht hervor, wieder so ausführlich und unbeschwert zu telefonieren, chatten und simsen. Ich hatte letzte Tage auch überlegt, ob ich meiner ex-„besten Freundin“ (als eine Person mit ADHS) den Link zu meinem „Messie“-Beitrag zu schicken. Denn da ich in meinVZ selten unterwegs bin, steht sie nach ihrem Besuch meines Profils vor ein paar Monaten immer noch auf der Liste der letzten Besucher. Ich habs aber doch nicht gemacht und (bisher) auch nicht vor.

Und daraus ergibt sich denke ich ein weiteres großes Problem: Zum einen kann ich die Frauenbekanntschaften emotional nicht abschließen, zum anderen durch meine ewigen Grübeleien aber auch keinen richtigen Abstand gewinnen. Denn ich weiß, dass ich zumindest weiter zurückliegende Kontakte mittlerweile abgehakt habe. Aber je mehr ich in Gedanken hinterher hänge, desto weniger habe ich die Chance dazu.

Konfrontation

Letztlich reagiere ich auf die Konfrontation mit eben solchen Frauen-Misserfolgen in zwei Extremen: Da wären einmal die Frauen, die nichts von ihrem Glück wissen. Zugegeben, sicher kann ich das nicht sagen. Aber es gab zumindest keine Anspielungen oder ähnliches, die über ein rein freundschaftliches Verhältnis hinausgingen. Da versuche ich, so gut es geht, auszuweichen und schweige.

Bei anderen Bekanntschaften, wo zumindest die Option für „mehr“ bestand – beziehungsweise damit z.B. durch Flirtereien (mehr oder weniger ausgeprägt) offen umgegangen wurde –, kann ich mich durch meine Emotionen eh nicht mehr „verraten“ und schwanke hier zwischen bitterem Sarkasmus (weil ich ja eh nichts mehr zu verlieren habe, und trieze dann gerne auch genau mit den Punkten, woran es letztlich gescheitert ist, sofern diese mir bekannt sind) und einer verzweifelt-hoffenden Nettigkeit 🙄

12 Kommentare

  1. man könnte meinen, du hast dieselbe „krankheit“ wie ich… und die heisst wahrscheinlich chronische einsamkeit… sich in träumen suhlen und dieses ewige grübeln und sich ausmalen und wünschen verzerrt die realität, und man verstrickt sich da in emotionen, die man vielelicht gar nicht hätte, wenn man die betreffende person vor sich hat. weisst du, was ich meine? kennst du sowas? bei mir ist das oft so…

    • @ claudy:
      Oh ja 😐 Auf der einen Seite bin ich froh, wenn einen eine gewisse Distanz zumindest real auf Abstand hält. Andererseits würde mir ein Treffen vielleicht auch die Erkenntnis bringen, dass ich der wirklichen Person gegenüber nicht so empfinde wie meiner Vorstellung, um somit emotional zur Ruhe kommen zu können. Und zugegeben, hin und wieder meldet sich bei den Gedanken an ein Treffen auch die Hoffnung, dass die Vorstellung doch nicht zuviel versprochen hat – und meine Gefühle real erwidert werden würden.

  2. aus so einem grund, nämlich um mir klarheit zu verschaffen, bin ich neulich nach gera gefahren, habe quasi ein treffen mit der person „erzwungen“ (ja, ich war sehr hartnäckig), und siehe da, ich fühle mich endlich „geheilt“ 😉 hatte das viele monate mit mir rumgeschleppt und dort gemerkt, dass ich vielleicht gar nicht mehr so viele gefühle für ihn habe, wie ich dachte. es gab nur keine möglichkeit, das herauszufinden, weil der kontakt abgebrochen war. bin auch echt froh, dass er bereit war, mich zu treffen, denn jetzt fühle ich mich von dieser last befreit, die mich so bedrückt und beschäftigt hat. das hat man davon, wenn man jemandem seine gefühle gesteht… 😉

    mach dir nicht so viele gedanken, das bringt dich nur ducheinander. tu lieber dir was gutes und denk nicht soviel über das wenn oder warum nach. wenn du mit dir selbst zufrieden bist, wirkst du auch auf andere dann viel entspannter 🙂

    • @ claudy:
      Etwas Gutes? Besser wäre es zumindest, ich würde mich mich auch endlich mal wegen Psychotherapie und nach Heilpraktikern umsehen, anstatt mir „Scheuklappen“ wie Kino, Freizeitpark etc. aufzusetzen.

  3. wenn du meinst, dass dir eine therapie helfen würde, dann tust du dir damit ja auch was gutes 🙂

    • @ claudy:
      Ja, das ist eigentlich der einzig sinnvolle Weg, den ich sehe, um mein Leben in den Griff zu bekommen. Nur komm ich da ja schon lange nicht voran. Ich sollte mich da Freitag oder am Wochenende wirklich mal drum kümmern.

  4. ich scheine auch an dieser krankheit zu leiden (die schoko u claudy haben) ich bin auch chronisch einsam u suhle mich auch in träumen u grübeln u ausmalen u sich vorstellen wie es wäre u auch ich habe emotionen zu personen (oder einer person) die ich seit ca 6 jahren nich mehr gesehen habe und da male ich mir auch als sonst was aus u ich denke auch das das alle gar nich wäre,wenn man sich noch kennen würde,vllt ist es die einsamkeit ansich u die sehnsucht nach liebe u freundschaft….

    vllt hätte man das gefühl gar nich wenn man mit der person noch zu tun hätte,das können exfreunde sein oder sonst i-welche leute,aber auch freundschaften die kaputt gegangen sind usw!u dann liegt man im bett (oder sonst wo) (man kann natürlich auch sitzen,stehen oder laufen ;)) u denkt sich geschichten aus oder träumt von der person (tagträume u reale träume) u das schlimme man kann nicht abschliesen (wie schoko schon sagt) man kann einfach nich abschliessen,es hört nich auf,es is wie ein fluch oder ein dämon der ein verfolgt!ich hab das aber nur bei personen die ich auch mal real kannte u die mir (liebesmässig oder freunschafsmässig) viel bedeutet haben,die ich geliebt oder sehr gemocht habe!dann ist es besonders hart!bei anderem könnte ich leichter abschliessen!

    is ja auch hart wenn das dann einfach weg bricht,damit muss man erstmal klar kommen,wenn die liebe oder die beste freundin nach jahren good bye sagt u wenn man viele dieser brüche hat,ich denke das ist leider normal,meine sis konte mit ihren exen auch noch nicht ganz abschliessen,leider ist es so wenn man jmd mal sehr geliebt hat (auch platonische liebe,also freundschaft usw) je leidenschaftlicher man liebt,je höher man fliegt,desto tiefer fällt man ja leider auch,trotzdem wünscht man sich diese tiefe leidenschaftliche romantische liebe,diese verschmelzung,aber wenn es kaputt geht ist man zerstörrt….

    manchmal träumt man auch von personen die man nich in echt kennt (früher stars oder doch leute aus dem netz) (früher wie gesagt) das finde ich dann aba nich so hart/brutal wie bei leuten die man echt mal kannte,mit dennen man ne echte verbindung hatte,die einem viel bedeutet haben,die man geliebt oder gemocht hat,schlimm ist es besonders wenn es im streit oder missverständnis ausseinander ging u man das ganze nie klären konnte u dazu auch keine möglichkeit mehr hat,besonders schlimm finde ich es wenn man eine person „liebt“ oder nachtrauert die einen schlecht behandelt hat,man sie aber trozudem „liebt“ u das dann auch nich ändern kann,es ist wie ein fluch u es geht nich weg u so verhedere ich mich auch ständig in tagträumen u echten träumen u male mir dinge aus,meist romantische (oder mal sexuelle) das ist wahrscheinlich auch allgemein die sehnsucht nach sozialen kontakten,liebe u freundschaft….emotional,körperlich u geistig!

    abschliessen möchte ich meinen text mit einem zitat von silbermond aus dem song kartenhaus:
    “ Ich such nach dem, was mich vergessen lässt,
    dass es in meinem Leben dunkel ist,
    und dass die Nacht den Tag besetzt
    und mir keinen Funken Licht mehr lässt.

    Mir fehlt nichts und doch fehlt mir viel,
    ich bin zu schwach um noch mal aufzustehen
    und zu stark um hier zu liegen.

    Du hast mein Leben neu gemacht,
    steckst mich an mit deiner Kraft,
    du machst alles so lebenswert,
    ich will mich nicht dagegen wehren.

    Du hast eine Kerze aufgestellt,
    und bringst das Licht in meine Welt,
    machst mein Leben zum Kartenhaus,
    auf dir aufgebaut.

    Du bist der Wind und du trägst mich hoch,
    und ich weiß, du kannst mich fliegen sehen,
    und auch mit einem Wort zum Absturz zwingen.

    Bin wieder aufgewacht,
    mit der Dunkelheit in meinen Händen,
    das hätt’ ich nie gedacht,
    dass sich das Blatt wieder wendet.

    Du hast mein Leben ausgemacht,
    und dir nichts dabei gedacht,
    du warst der Sinn und der Lebenswert,
    und jetzt ist all das nichts mehr wert.

    Du löscht meine Kerze einfach aus,
    weil du sie nicht mehr brauchst,
    machst mein Leben zum Kartenhaus,
    und ziehst die unterste Karte raus.“

    finde ich sehr passend zu dem thema!

    ps: hier der link zu dem ganzen song:

    http://www.magistrix.de/lyrics/Silbermond/Kartenhaus-81768.html

    wirklich sehr passend!

    [Anmerkung von Schokokäse: Ich habe mir mal erlaubt, den Kommentar in mehrere Absätze aufzuteilen, um den Text besser lesbar zu gestalten.]

  5. @schoko: danke!ich finde den beitrag auch wow (um mich mal selber zu loben :))
    ja da hast du recht,es ist halt schwer!:(
    aber es gibt ja auch leider dinge die noch schlimmer sind…..

    @schoko: ist ok,das du dir das erlaubt hast,ist so vllt wirklich besser lesbar!die frage ist nur ob du es genauso aufegteilt hast,wie ich es aufgeteilt hätte bzw ob es so den gr sinn ergibt u mit den absätzen auch passend ist,das hab ich noch nicht überprüft,aber so ist es leserlicher u will ja auch dass viele leute das lesen!hab mir ja nich umsonst die müge gemacht 😉

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.