Schokokäse

Schluss mit dem Käse – jetzt gibts Schokolade!

Ich (30): So ist mir noch zu helfen

| 5 Kommentare

Diese Woche hab ichs endlich geschafft, mich schlau zu machen. Und wie vor meiner ersten Therapie war ich auch diesmal wieder zu einem anfänglichen Beratungsgespräch bei den Rheinischen Kliniken. Allerdings diesmal im Pott, denn die gibts auch hier, genauer gesagt in Essen, in der Allgemein-Psychiatrischen Ambulanz 🙂

Gespräch

Das Gespräch ging recht flott über die Bühne. Ich habe grob meine Therapiegeschichte bis heute erzählt. Erst im Nachhinein fiel mir ein, was ich gerade zur jetzigen Situation noch alles hätte erwähnen können. Aber da sie nicht nachgefragt hat, gehe ich davon aus, dass ihr meine Aussagen zu einer Einschätzung ausgereicht haben.

Sie empfahl mir, die leichte Depression mit Hilfe einer Verhaltens­therapie aufzuarbeiten. Und so wie sie es mir erklärte, klingt das auch gut. Und womöglich gerade bezüglich meiner Motivations­losigkeit (die ich mittlerweile als das grundlegende Problem ansehe) vielversprechender als etwa die tiefen­psycho­logisch fundierte Psychotherapie. Auch wenn ich dadurch während meiner ersten Therapie einiges Interessantes erfahren habe, gerade bezüglich meiner Kommunikations­schwierigkeiten und der fehlenden Nähe zu meinen Eltern.

Sie fragte auch nach dem Zeitraum meiner ersten Therapie wegen der 2-Jahres-Pause zwischen zwei Therapien, aber das ist bei meiner Krankenkasse kein Problem, die übernimmt die Kosten bei Bedarf ohne solche strikten Einschränkungen. Bei der häufig anzutreffenden AOK sähe das wohl anders aus.

Das ganze sollte möglichst ambulant durchgeführt werden, da ich mich „dank“ meiner Arbeit nicht einfach so mal einer ausführ­lichen Therapie unterziehen kann. Klar, wenn es mir empfohlen worden wäre, hätte ich in den sauren Apfel gebissen, da die Gesundheit ganz klar vorgeht. Und wer weiß, vielleicht kommt das doch noch, denn stationär könnte die eventuell früher beginnen und:

Es gibt noch viel zu tun

Damals wurden mit in den anderen Rheinischen Kliniken zwei Psychiater bzw. Psychoanalytiker genannt, die erst seit kurzem eigene Praxen besaßen, was womöglich eine kurze Wartezeit bedeuten könnte. Und so war es auch bei einem, da konnte ich nach wenigen Wochen die Therapie beginnen 🙂 Praktische Erfahrung hatten sie beide aber trotzdem, vorher jedoch in Kliniken. Doch sie durfte mir jetzt leider keine Empfehlungen mehr nennen, sondern konnte mir nur eine Liste mitgeben.

Da heißt es nun zum einen, mir vor Ort Psychiater zu suchen und mich auf die Wartelisten setzen zu lassen. Zum anderen solle ich mir von einem ein leichtes Antidepressivum verschreiben lassen, um auf ein etwas angenehmeres Level zu kommen. Ich bin gespannt, wie sich diese auf mich auswirken.

Und hoffe nicht nur, dass ich genug Motivation habe, um mich darum zu kümmern. Sondern auch, dass mein Durchhalte­vermögen bis zum Beginn der Therapie reicht.

5 Kommentare

  1. Ich hoffe von ganzem Herzen dass es etwas bringt.

    Die moderne Psychologie soll ja wahre Wunder vollbringen.

    Wenns bei dir klappt traue ich mich vielleicht auch mal 😉

  2. Schön, dass du endlich diesen Schritt gewagt hast!

    Ich wünsche dir, dass du die Motivation beibehältst!
    Allerdings weißt du, wie ich über diese Wunderpillen denke. Nicht nur die Nebenwirkungen, sondern auch die Tatsache, dass man später nur sehr schwer davon weg kommt sind ein wichtiger Punkt.
    Einerseits achtest du so erpicht darauf, was du zu dir nimmst, aber andererseits nimmst du einfach so mal schnell solche Tabletten!
    Auch später, wenn du dann in Therapie bist… Da weiß man ja nie ob der echte Schoko es geschafft hat, oder nur die Pillen 🙁

    Hmm. Ich würde mir das nochmal genauer überlegen!

  3. @ Sven:
    Oh, von ganzem Herzen? Womit habe ich das denn verdient? Hast du dich hier schon so gut eingelesen? 🙂
    Aber mach deine Zukunft, dein Leben und Glück nicht von anderen abhängig!

    @ BrummelBrot:
    Ich weiß nicht, was es da noch zu überlegen gibt. Ich bin zum einen froh darüber, dass es „nur“ eine leichte Depression ist, zum anderen gibt es mir aber auch zu denken. Denn so wie es jetzt ist, ist es hart genug und das möchte und kann ich mir nicht lange weiter vorstellen 🙁
    Nachtrag: In dem Zusammenhang fällt mir ein, dass meine Mutter meinte, ich könne es bis dahin auch mal mit einem Heilpraktiker probieren. Das wäre ja auch noch eine Option.

  4. Zum Nachtrag: Ich habe halt nicht ohne Grund meine Bedenken gegenüber Psychopharmaka. Also ab zu diesem Heilpraktiker (=

    • @ BrummelBrot:
      Aber nicht alle Erfahrungen sind allgemeingültig. Wenn dem so wäre, würden Gespräche mit Freunden wesentlich mehr bringen als das mit einem Experten. Aber dem ist zum Glück nicht so 🙂 Zu dem meiner Mutter ists wohl etwas weit, daher muss ich mir auch dafür einen hier vor Ort suchen 😐

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.