Schokokäse

Schluss mit dem Käse – jetzt gibts Schokolade!

Skru­pel­lo­se Profitgier

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Ich habe mir die Doku von August nun end­lich mal in Ruhe angesehen.

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„Und dann fra­ge ich mich natür­lich: Wie machen die das so bil­lig?“ Die Ant­wor­tet, in Ban­gla­desch und Deutsch­land: Kapi­ta­lis­mus kann Kik. Meist legal, immer brutal.

Dass Bil­lig­kräf­te im Aus­land ger­ne benutzt genutzt wer­den, ist ja bekannt. Aber wie extrem man auch in Deutsch­land spa­ren kann, ist erschreckend:

Eine [Aus­hil­fe], von denen es bei Kik Tau­sen­de gibt. Sie sind bil­lig und machen alles. Toi­let­ten put­zen und auch schon­mal tage­lang eine Filia­le leiten.

„[…] ich [wur­de] als Packer ein­ge­stellt, habe aber eigent­lich von Anfang an kom­plett die Kas­se mit­ge­macht. Alles, was so in der Filia­le anfiel, von Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, Waren­be­stän­de machen, Inven­tu­ren, alles mitgemacht.“

„Auch Kun­den bedient?“

„Auch Kun­den bedient, ja, genau.“

„Und was haben Sie zu Anfang bekommen?“

„Am Anfang habe ich 4 Euro 50 bekom­men, danach habe ich 4 Euro 75 bekom­men. Dann gabs ne Anglei­chung vor unge­fähr zwei Jah­ren. Da haben wir dann alle 5 Euro bekom­men, weil Kik in die Medi­en gekom­men ist wegen Lohndumpings.“

„In wel­chem Zustand ist der Laden?“

„Also bei uns war es bis zum Ende letz­ten Jah­res so, dass die Hei­zung über sechs Jah­re über­haupt nicht funktionierte.“

„Sechs Win­ter ohne Heizung?“

„Ja.“

„Und wie sind Sie da rum­ge­lau­fen? So in Ihrem Kik-Hemd?“

„Nein, zum Schluss bin ich wirk­lich mit Hand­schu­hen da rum­ge­lau­fen und Schal. Und irgend­wann habe ich mir die Jacke ange­zo­gen, weil mir so kalt war, die Fin­ger waren blau gefroren.“

„Und was ist, wenn man den Mund aufmacht?“

„Wenn man den Mund auf­macht, dann wird man klein gemacht.“

Aber es geht noch weiter:

Ord­ner­wei­se Kik-inter­ne Ver­mer­ke: Anord­nun­gen, Anwei­sun­gen, von der Unter­neh­mens­füh­rung for­mu­liert. Sie geben Ein­bli­cke in das Kik-Sys­tem. Ein Sys­tem von Aus­beu­tung und Einschüchterung.

„Spät­kon­trol­le, Spind­kon­trol­le, Taschen­kon­trol­le … ‚Alle Fili­al­mit­ar­bei­ter soll­ten regel­mä­ßig und unan­ge­kün­digt kon­trol­liert wer­den. Dies erzeugt eine gro­ße, nach­hal­ti­ge Wir­kung.‘ … Miss­trau­en auf allen Ebenen.“

Hef­tig:

Gui­do Hagel­stede, ehe­ma­li­ger Kik-Bezirks­lei­ter, […] war Herr über fünf­zehn Kik-Filia­len im Raum Bre­men. die klei­nen Ange­stell­ten, so erzählt er, wür­den bei Kik bis zum Letz­ten ausgepresst:

„Es wird wirk­lich an allen Ecken und Kan­ten gespart. Ange­fan­gen vom Per­so­nal, was natür­lich eine der höchs­ten Kos­ten­stel­len ist. Ange­fan­gen von den Gehäl­tern bis hin zu Anzahl des Per­so­nals. Es gibt kei­ne Müll­ab­fuh­ren. [In den] meis­ten Filia­len [müs­sen] die Mit­ar­bei­ter ihren Müll mit nach Hau­se neh­men, weil die Müll­ab­fuhr […] ja auch bezahlt wer­den [müss­te].“

Aber das alles ist natür­lich gering im Ver­gleich zur Aus­beu­tung in Ban­gla­desch, einem der ärms­ten Län­der der Erde:

Skla­ven der Moder­ne. Die Mil­lio­nen Nähe­rIn­nen ver­die­nen umge­rech­net nur 20 bis 35 Euro im Monat, weil die west­li­chen Kun­den wie Kik rück­sichts­los die Prei­se drücken. […]

Mei­ne ers­te Fra­ge, eigent­lich töricht: „Sind Sie zufrieden?“

Da bricht es aus ihnen her­aus: „Es ist schlim­mer als im Gefäng­nis. Im Gefäng­nis darf man wenigs­tens mit dem Nach­barn sprechen.“

„Wenn Sie so schlecht behan­delt wer­den, was bekla­gen Sie konkret?“

„Bei Krank­heit wird oft der Lohn abge­zo­gen. Vor­ar­bei­ter pöbeln uns an, als hät­ten wir kei­ne Wür­de. Wir wer­den zu unbe­zahl­ten Über­stun­den gezwun­gen. Wer sich wei­gert, fliegt.“

„Geht die Arbeit auf die Gesundheit?“

„Ja natür­lich. Ich muss­te schon­mal wochen­lang von mor­gens 8 bis nachts um 3 arbei­ten. Wie lan­ge wir das aus­hal­ten, wir wis­sen es nicht.“

Die kom­plet­te Doku:

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Die Aus­strah­lung woll­te Kik gericht­lich ver­hin­dern, kam damit aber nicht durch, weil die Macher ihr Werk mit wei­te­ren Bele­gen untermauerten:

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Dazu auch ein inter­es­san­ter Bei­trag bei Zapp:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TQS-Mw1OpxM&showinfo=0]

Zum Schluss noch ein nach­denk­li­ches Film­chen … Traurig.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=pSRMeiLljnw&showinfo=0]

Das letz­te Video habe ich gese­hen bei Minds Delight.

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